Patientenportal Radiologie: So kommen Bilder und Befunde heute ohne CD an
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ein Radiologie-Patientenportal funktioniert, welche Vorteile es für Patienten, Zuweiser und Praxen hat und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
· Marten Eckel

Ein Patientenportal für die Radiologie ist eine Online-Plattform, über die radiologische Praxen und Kliniken Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen sowie Befunde digital an Patienten und weiterbehandelnde Ärzte weitergeben. Statt einer gebrannten CD erhält der Patient einen Zugang, meist per QR-Code oder Link, und kann seine Bilder direkt im Browser ansehen, herunterladen und teilen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ein Radiologie-Patientenportal funktioniert, welche Vorteile es für Patienten, Zuweiser und Praxen hat und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Was ist ein Patientenportal für die Radiologie?
Ein Radiologie-Patientenportal ist eine sichere Webanwendung, die medizinische Bilddaten im DICOM-Format für berechtigte Personen online bereitstellt. Das DICOM-Format ist der internationale Standard für medizinische Bilddaten und wird von praktisch allen Röntgen-, CT- und MRT-Geräten oder medizinischen Bildverwaltungsprogrammen unterstützt. Anders als allgemeine Patientenportale von Kliniken, über die man zum Beispiel Termine bucht, ist ein Radiologie-Portal speziell auf den Austausch großer Bilddatensätze ausgelegt.
Auf ein solches Portal greifen typischerweise drei Gruppen zu:
- Patienten sehen ihre eigenen Aufnahmen und, falls freigegeben, auch den Befundbericht.
- Zuweiser wie Hausärzte, Orthopäden oder Onkologen öffnen die Bilder ihrer Patienten, ohne auf eine CD warten zu müssen.
- Die radiologische Praxis oder Klinik stellt die Daten bereit und behält die Kontrolle darüber, wer wie lange Zugriff hat.
Wie funktioniert ein Radiologie-Patientenportal?
Der Ablauf ist bei den meisten Lösungen ähnlich und läuft weitgehend automatisiert. Wie das konkret bei Dicora aussieht, zeigen wir hier Schritt für Schritt.
1. Die Bilder werden übertragen
Nach der Untersuchung sendet das Aufnahmegerät oder das PACS die Bilder per DICOM an das Portal. Bei manchen Lösungen ist dafür eine PACS-Anbindung zwingend nötig, bei anderen nicht.
2. Der Zugang wird erstellt
Das System erzeugt einen persönlichen Zugang, häufig als Ausdruck mit QR-Code, den der Patient direkt in der Praxis erhält. Manche Anbieter verwenden auch Zugänge mit festen Registrierungen.
3. Die Bilder werden im Browser geöffnet
Patient oder Arzt scannen den QR-Code oder öffnen den Link und sehen die Aufnahmen in einem Webviewer, ohne eine Software installieren zu müssen.
4. Der Zugang läuft ab
Je nach Softwarelösung verfällt der Zugang nach einer festgelegten Frist automatisch. Die Praxis kann ihn bei Bedarf auch vorher widerrufen.
Welche Vorteile hat ein Patientenportal in der Radiologie?
Für Patienten
Patienten haben ihre Bilder jederzeit verfügbar, auch wenn sie kein CD-Laufwerk mehr besitzen, was bei vielen aktuellen Computern, Tablets und Smartphones der Fall ist. Für eine Zweitmeinung oder einen Facharzttermin können sie den Zugang einfach weitergeben, statt eine CD zu kopieren oder zu verschicken.
Antworten auf die häufigsten Fragen von Patienten finden Sie in unseren FAQ.
Für Zuweiser
Weiterbehandelnde Ärzte sehen die Aufnahmen oft schon, bevor der Patient in die Sprechstunde kommt. Das Einlegen von CDs, inkompatible Viewer-Programme und Rückfragen wegen fehlender oder unlesbarer Datenträger fallen weg. Je nach Lösung lassen sich die Bilder zudem direkt ins eigene PACS übernehmen.
Dicora unterstützt Sie dabei z.B. mit der Dicora Hub App, die Sie in unserem Download-Bereich finden.
Für radiologische Praxen und Kliniken
Für die Praxis entfällt der komplette CD-Prozess mit Rohlingen, Brennern, Beschriftung, Versand oder Übergabe und der Zeit, die das Personal dafür aufwendet. Dazu kommen weniger Nachfragen von Zuweisern und Patienten sowie eine lückenlose Protokollierung, wer wann auf welche Daten zugegriffen hat.
Einen Überblick, wie Dicora die einzelnen Beteiligten unterstützt, finden Sie auf unserer Lösungsseite.
Warum die CD als Datenträger ausgedient hat
Die CD oder DVD war lange der Standard für die Weitergabe radiologischer Bilder. Heute bringt sie vor allem Probleme mit sich: Viele Computer haben kein Laufwerk mehr, die mitgelieferten Viewer laufen nicht auf jedem System, und bei großen Untersuchungen wie einem CT mit vielen Schichten wird schon das Brennen zum Zeitfaktor. Hinzu kommt, dass CDs verloren gehen oder beschädigt werden können und dann neu erstellt werden müssen.
Ein Patientenportal löst diese Probleme nicht nur technisch, sondern verändert den gesamten Ablauf. Die Bilder sind direkt nach der Untersuchung verfügbar, ohne dass jemand in der Praxis aktiv werden muss.
Datenschutz und Sicherheit: Worauf kommt es an?
Radiologische Bilder sind Gesundheitsdaten und damit nach Art. 9 DSGVO besonders geschützt. Ein seriöses Patientenportal sollte deshalb einige Grundanforderungen erfüllen.
Serverstandort in der EU
Die Daten sollten ausschließlich auf Servern innerhalb der EU verarbeitet werden, idealerweise in Deutschland.
Verschlüsselung
Sowohl die Übertragung als auch die Speicherung der Bilddaten sollten verschlüsselt erfolgen.
Begrenzte und widerrufbare Zugänge
Zugänge sollten nur für einen festgelegten Zeitraum gelten und sich jederzeit zurückziehen lassen.
Protokollierung
Jeder Zugriff sollte nachvollziehbar dokumentiert werden, damit die Praxis ihre Nachweispflichten erfüllen kann.
Auftragsverarbeitungsvertrag
Zwischen Praxis und Anbieter muss ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geschlossen werden, der regelt, wie der Anbieter mit den Daten umgeht.
Klare Zugriffsrechte
Empfänger sollten nur die Rechte erhalten, die sie tatsächlich brauchen, in der Regel reine Leserechte.
Fragen Sie bei der Auswahl außerdem gezielt nach, wie der Zugang abgesichert ist und was passiert, wenn ein QR-Code-Ausdruck in falsche Hände gerät.
Wie Dicora mit Ihren Daten umgeht, lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Worauf sollten Praxen bei der Auswahl achten?
Neben dem Datenschutz entscheiden vor allem praktische Fragen darüber, ob ein Portal im Alltag funktioniert.
Browserbasiert statt Installation
Wenn Patienten und Zuweiser zuerst eine Software installieren müssen, sinkt die Akzeptanz deutlich. Eine Lösung, die direkt im Browser läuft, wird schlicht häufiger genutzt.
Unabhängigkeit vom PACS
Manche Portale setzen eine bestimmte PACS-Integration voraus. Andere laufen parallel dazu, was die Einführung erheblich vereinfacht, weil Sie nicht auf Hersteller oder Migrationszyklen angewiesen sind.
Wenig Aufwand im Praxisalltag
Im besten Fall entsteht der Zugang automatisch, ohne dass das Personal zusätzliche Schritte erledigen muss.
Bilder und Befunde an einem Ort
Wenn sich der schriftliche Befund direkt mit den Bildern verknüpfen lässt, entfällt ein zweiter Versandweg.
Bei Dicora ist das mit Dicora X möglich, das außerdem eine API für die automatische Anbindung an bestehende Systeme bietet.
Performance bei großen Datensätzen
Gerade bei CT und MRT fallen schnell mehrere Gigabyte an. Das Portal sollte auch solche Untersuchungen zügig bereitstellen.
Einrichtung und Betreuung
Eine Komplettlösung aus einer Hand spart der Praxis IT-Aufwand.
Was das bei Dicora bedeutet, erfahren Sie im Abschnitt Dicora Kosmos.
Patientenportal oder elektronische Patientenakte (ePA)?
Seit 2025 gibt es in Deutschland die elektronische Patientenakte für alle gesetzlich Versicherten. Seit dem 1. Oktober 2025 sind bundesweit alle Praxen, Krankenhäuser und Apotheken zur Nutzung der ePA verpflichtet, und das Bundesgesundheitsministerium plant, sie nach und nach um weitere strukturierte medizinische Inhalte zu ergänzen. bundesgesundheitsministerium
Ein Radiologie-Patientenportal ersetzt die ePA nicht, sondern ergänzt sie. Die ePA ist als übergreifende Gesundheitsakte konzipiert, während ein Radiologie-Portal speziell für die schnelle Bereitstellung großer Bilddatensätze gebaut ist. Wie sich die Einbindung radiologischer Bilder in die ePA künftig entwickelt, bleibt abzuwarten. Für den Bildaustausch im Praxisalltag sind spezialisierte Portale derzeit die praktikablere Lösung.
So funktioniert das Patientenportal von Dicora
Dicora ist ein browserbasiertes Patientenportal für die Radiologie, das Radiologen, Zuweiser und Patienten auf einer Plattform verbindet. Die Bilder werden per DICOM übertragen, eine PACS-Anbindung ist möglich, aber keine Voraussetzung. Direkt nach der Untersuchung druckt der Praxisdrucker automatisch ein Zugangsdokument mit QR-Code aus, sodass der Patient seine Bilder verfügbar hat, wenn er aus dem MRT kommt. Alle Daten werden auf Servern in der EU verarbeitet. Alle Funktionen im Überblick finden Sie auf unserer Funktionsseite.
Sie möchten sehen, wie Dicora in Ihrer Praxis oder Klinik funktioniert? Buchen Sie jetzt eine kostenlose Demo oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.
Häufige Fragen zum Patientenportal in der Radiologie
Brauche ich eine App, um meine Bilder zu sehen?
In der Regel nicht. Die meisten Radiologie-Patientenportale laufen direkt im Browser auf Computer, Tablet und Smartphone.
Wie lange kann ich auf meine Bilder zugreifen?
Das legt die Praxis fest. Das Ablaufdatum steht üblicherweise auf dem Zugangsdokument.
Kann ich meine Bilder an einen anderen Arzt weitergeben?
Ja. Sie können den Zugang weitergeben oder die Bilder herunterladen oder selbst teilen.
Sind meine Daten in einem Patientenportal sicher?
Seriöse Anbieter verarbeiten die Daten auf Servern in der EU, verschlüsseln sie und protokollieren jeden Zugriff. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Praxis nach, welche Lösung dort genutzt wird.
Kann ich trotzdem noch eine CD bekommen?
Das hängt von der jeweiligen Praxis ab. Viele Praxen bieten die CD weiterhin auf Wunsch an, setzen aber standardmäßig auf den digitalen Zugang.
